21 Demoaufruf

gestern

Unterstützt den Widerstand in Chile – Lateinamerika
Demonstration anlässlich des 11. September in Stuttgart, o.J. (1977?)
Veranstalter war die Koordination der Chilenen und Chile Komitees in Baden-Württemberg

Nach 1973 gab es große Hoffnungen vor allem bei der revolutionären Linken, die Militärdiktatur rasch vertreiben zu können. Man sammelte Geld für den Widerstand der linken Parteien und Organisationen.

heute

Jeder Protest hat eine Vorgeschichte. Als 2011 die

Studierendenproteste begannen, setzten sie sich furchtlos der Polizeirepression entgegen. Viele von ihnen hatten eine Geschichte aus ihrer Familie mit im Gepäck, als politische Gefangene geächtete Familie oder gar Verschwundene, Oma, Opa, Tante, Onkel zu betrauern, die bis heute im Gedächtnis sind. Der Widerstand der Student*innen und der Pinguine, so genannt wegen ihr

Foto: B. Imholz

er Schuluniformen, riss alte Wunden wieder auf. Die Vergangenheit lebt weiter. Ihr Fokus richtete sich auf das extrem unsoziale Bildungssystem, das neoliberal seit der Pinochetverfassung privatisiert wurde. Es gibt zwar staatliche Schulen, die keine Gebühren kosten, aber mit deren Abschlüssen schafft man nicht die Aufnahmeprüfungen für die guten Universitäten, die wiederum nicht so hohe Gebühren verlangen. Private Schule nehmen Schulgeld, ab etwa 200,-€ pro Monat aufwärts.

Die Anführer*innen der Studierendenbewegung 2011 sind wieder

Movimiento estudiantil 2011. Santiago de Chile.
Foto: Fresia Saldias

da, als politische Führungskader in den aufploppenden Protesten der Frauen am 8. März und nach dem Aufstand im Oktober 2019.
Als die Metropreise um 0,30 Cents angehoben werden, platzt den Schüler*innen der Kragen, das Fass kommt zum Überlaufen. Metrostationen werden gestürmt, und es beginnt eine Zeit der riesigen Manifestationen auf der Straße gegen das neoliberale Wirtschaftssystem und die herrschende Klasse.

Der Widerstand geht weiter. Man weiss nicht, wieviele es sind, aber sie organisieren in Erinnerung an die 50 Jahre den Widerstand auf der Strasse. Diese Proteste haben ihren Ursprung in den Armenvierteln der Achtziger Jahre. Emblematisch dafür steht Luisa Toledo, die drei ihrer Kinder im Widerstand verlor. Seitdem gibt es den „Tag der kämpferischen Jugend“. Auch dieses Jahr gehen sie auf die Straße.